Sandra S.

25 Jahre

Lima

Mining Engineering,

Master (3. Semester)

Energiebündel

Wer glaubt, technische Unis hätten nichts mit Romantik zu tun, lässt sich mit dem Lesen dieser Geschichte sicherlich vom Gegenteil überzeugen: Sandra Pamela Suarez-Lopez ist Peruanerin. In Lima studierte sie Mining Engineering an der Päpstlichen Katholischen Universität von Peru. Dort erfuhr sie von der Möglichkeit, ein Auslandsemester an der TU Clausthal zu absolvieren und so kam es, dass Sandra das erste Mal nach Deutschland reiste. Noch immer erinnert sie sich an ihre Professorin, die fest davon überzeugt war, auch ohne jegliche Deutschkenntnisse den englischsprachigen Studiengang Mining Engineering bestreiten zu können. Was für Vorlesungen und Seminare durchaus zutraf, erwies sich im Alltag jedoch als Trugschluss. Denn bereits bei ihrer Ankunft in Berlin entpuppte sich eine Essensbestellung als Herausforderung. Ab diesem Zeitpunkt stand für die Austauschstudentin fest: Sie wollte die fremde Sprache unbedingt lernen.

Mit einem Study Buddy entspannt ins Studium starten

An der TU Clausthal halfen ihr dabei Seminare, aber vor allem ihr „Study Buddy“ – eine persönliche Studienbegleitung, die international Studierenden die Eingewöhnungszeit erleichtern soll. Dank des Study Buddy gelang es Sandra mühelos, Anschluss zu finden. Bereits in diesem einen Jahr begeisterte sie die Natur des Harzes. „In Lima ist alles so voll. Wir haben über 8 Millionen Einwohner. Bevor wir dort zum Ausspannen ins Grüne kommen, müssen wir eine Weile fahren,“ erzählt Sandra. So stand für sie nach dem ersten Auslandsjahr fest: Ich komme wieder. Aber sie flog nicht allein nach Peru. Ihr Freund, kennengelernt an der TU, begleitete sie. Ein Jahr später und mit dem Bachelor in der Tasche kehrten beide zurück in den Harz. Inzwischen ist Sandra Pamela Suarez-Lopez im 3. Master-Semester, arbeitet als wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Bergbau und hat noch weitere Vorteile der Universität und der Stadt Clausthal-Zellerfeld schätzen gelernt. Sie lobt zum Beispiel die Sicherheit und das Polizeisystem. „Im Vergleich zu meiner Heimat, kümmert man sich hier richtig. Als ich einmal meine Handtasche samt Portemonnaie verloren habe, wurde alles bei der Polizei abgegeben. Und die Beamten wollten es nur mir persönlich übergeben. Meine WG-Mitbewohnerin durfte es nicht annehmen,“ berichtet Sandra immer noch erstaunt.

Ein Studium mit starkem Praxisbezug

Aber das sind nicht die einzigen Unterschiede zu ihrer Heimatstadt. Vergleicht sie das Studium, fällt ihr der starke Praxisbezug an der TU auf. Gerade im Bereich Bergbau arbeite die Uni Hand in Hand mit der Industrie. Zahlreiche Vorlesungen werden durch Gastdozenten aus Unternehmen unterstützt. Darüber hinaus gefallen ihr besonders Zusatzangebote wie Tagungen oder Workshops. „Hier habe ich die Möglichkeit, das im Studium erworbene Wissen in der Praxis anzuwenden,“ lautet ihr Fazit und sie erinnert sich gern an das letzte Wettertechnik-Projekt in der Schweiz. Auch in ihrer Freizeit lässt sie das Thema Bergbau nicht los. Sie freut sich schon, ihrer Familie das Besucherbergwerk Rammelsberg zu zeigen. So kann sie anschaulich erklären, was sie an diesem Studiengang fasziniert. Ihre Zukunft sieht die Peruanerin in der Industrie, aber auch die Variante ihren Doktor zu machen, schließt sie nicht aus. Wo es dafür hingehen soll, ist aber noch offen. „Eigentlich muss ich noch mindestens 3 Jahre in Deutschland bleiben“, berichtet sie. „Es hat mich so viel Energie gekostet, diese Sprache zu lernen, dass ich es schade fände, wenn ich alles wieder vergesse.“ Ihr deutscher Freund, den sie im Dezember geheiratet hat, kann ihr diese Bedenken sicherlich langfristig nehmen. Sollte sie nach Peru gehen, dann auf jeden Fall nicht allein...

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