Fabien D.

Kamerun

Maschinenbau

10/2013

Freigeist

Trifft man Fabien Crescence Diffe Kamga, hat er fast immer einen Block für Skizzen dabei. Er ist leidenschaftlicher Maler und versteht sein Handwerk richtig gut. Seine Bilder sind abwechslungsreich, farbintensiv und voller Dynamik. Er durfte schon öfter auf Ausstellungen in Hamburg, Göttingen oder Bremen seine Bilder präsentieren.

Mit Künstlerseele zum Maschinenbaustudent

Fabien liebt die Malerei, und so ist es überraschend, dass diese Künstlerseele sich für ein Maschinenbaustudium entschieden hat. Gleich nach dem Abi verspürte er den Wunsch, zu studieren. Zunächst folgte aber eine Tätigkeit im Kulturzentrum in Kamerun. Dort machte man ihn auf die Möglichkeit aufmerksam, sein Studium in Deutschland zu absolvieren. Mit der Hilfe des DAAD, des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, bewarb er sich in Clausthal-Zellerfeld und erhielt eine Zusage. Die Stadt im Harz war, abgesehen von einem vorgeschalteten Kurzaufenthalt in Karlsruhe, sein erster Kontakt mit Deutschland. „Zum Glück bin ich bereits im September nach Clausthal gekommen,“ erzählt Fabien rückblickend.

Winter in Clausthal bedeutet Schnee

„Meinen ersten Schnee habe ich im November gesehen“, fügt er lachend hinzu. In seiner Heimat liegt die Durchschnittstemperatur bei etwa 20 Grad. So war das Wetter mit die größte Umstellung für Fabien. Weniger unterkühlt ist das Klima zwischen ihm und seinen Kommilitonen. Der Kameruner fühlt sich wohl in Clausthal. Alle begegnen ihm positiv und sind sehr offen. Er mag diese entspannte Atmosphäre. Am Studium selbst schätzt er vor allem den Praxisbezug. „Es ist im Vergleich zu Kamerun viel stärker auf den späteren Beruf ausgerichtet“, stellt der Student fest. „Außerdem ist die Ausstattung, zum Beispiel im Labor, sehr gut. Meine Freunde in meiner Heimat machen immer große Augen, wenn sie sehen, wie wir hier lernen“, berichtet Fabien. Trotz dieser Annehmlichkeiten muss der Student auch ein bisschen kämpfen.

Sein Studium finanziert er mit Nebenjobs

Da er sein Studium komplett selbst finanziert, ist er meist auf der Suche nach Nebenjobs. „Leider ist das Geld gerade in der Klausurenphase knapp. Man braucht eigentlich welches, kann aber aus Zeitgründen nicht arbeiten“, berichtet er. Da hilft es, wenn er mit seiner Kunst ab und an etwas dazuverdienen kann. Wenn Fabien nicht gerade malt oder lernt, trifft man ihn beim Fußball spielen. Trompete und Gitarre gehören auch noch zu seinen Hobbys. Er hat hier sogar extra Notenlesen gelernt, damit sein sonst freies Spiel „teamfähig“ wird. In seinem Herzen bleibt Fabien aber ein Freigeist. Das merkt man auch, wenn er über seine Zukunft spricht. Er weiß noch nicht genau, was er machen will, ist ein wenig rastlos und würde gern die Welt bereisen. Einen Lieblingsort hat er aber nicht. Am meisten identifizieren könnte er sich wahrscheinlich mit einer Selbstständigkeit. „Ich möchte mit meinem Job meinen Lebensunterhalt verdienen. Wenn sich das über das Verkaufen von Bildern verwirklichen ließe, wäre das natürlich traumhaft.“ Alternativ bietet der Beruf des Maschinenbauingenieurs ja auch Spielraum für Kreativität – wir drücken die Daumen.

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