Annika W.

22 Jahre

Henstedt-Ulzburg

Wirtschafts-

ingenieurwesen

10/2013

Lebensstrategin

Mit ihrer Zukunft hat sich die Schleswig-Holsteinerin nach dem Abitur akribisch beschäftigt. Das Studium sollte möglichst breitgefächert sein, um sich für die spätere Berufswahl viele Optionen und Wege offen halten zu können. Annika Wollermann Umpierrez entschied sich für Wirtschaftsingenieurwesen, denn bereits zu Schulzeiten konnte sich die 22-Jährige für naturwissenschaftliche Fächer begeistern. Bei der Wahl der Universität ging sie ähnlich strategisch vor. Ihr war wichtig, dass es eine kleine Uni mit intensiver Lehre ist. Ebenso hat Annika das hervorragende Abschneiden im CHE-Ranking der ZEIT im Vorfeld überzeugt.

Kaum Wartezeit für einen Sprechstundentermin

Inzwischen schätzt sie vor allem die persönliche Betreuung: Auf einen Sprechstundentermin muss sie in Clausthal nicht lange warten. „Es ist sogar schon vorgekommen, dass ich gemeinsam mit anderen Kommilitonen vom Professor zur Klausurnachbesprechung zum Kaffee eingeladen wurde“, erzählt sie immer noch sichtlich erstaunt. Es ging dann auch um Zukunft, Chancen und Perspektiven. Das Angebot, ihre Bachelorarbeit im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt zu schreiben, erhielt die Studentin ebenfalls unverhofft, direkt von ihrem Professor. „Donnerstags habe ich meine Bewerbung abgegeben und montags kam die Zusage.“

Studentische Unternehmensberatung – mehr als nur ein Nebenjob

Diese Unkompliziertheit überraschte Annika Wollermann Umpierrez und macht für sie das Arbeiten und Lernen an der TU angenehm. Dass solch schnelle Entscheidungen nicht immer selbstverständlich sind, erfährt sie während ihrer Tätigkeit bei der studentischen Unternehmensberatung. Dort engagiert sie sich in ihrer unifreien Zeit und erhält erste Einblicke in die Arbeitswelt. Das Consulting Team betreut Firmen in Hinblick auf ökonomische oder strategische Fragestellungen, entwirft Konzepte und bietet Lösungen. Bis jetzt ist es für Annika nur ein Nebenjob. „Aber es macht mir so viel Spaß, dass ich mir vorstellen kann, später mal in diesen Bereich richtig einzusteigen“, berichtet sie und ergänzt: „Am liebsten in Kanada.“

Studieren in internationaler Atmosphäre

Fremde Länder, fremde Kulturen – überhaupt genießt die Studentin mit ihren spanischen Wurzeln die weltoffene Atmosphäre in Clausthal. Die TU zählt mit rund 30 Prozent ausländischen Studierenden zu den internationalsten Hochschulen Deutschlands. Es gibt Tage, an denen spreche sie drei Sprachen – das ist an einer technischen Uni nicht selbstverständlich. „Ich habe inzwischen sogar einen Humor im Englischen entwickelt. In der Schule lernt man so etwas nicht“, lautet ihr Resümee. Sie selbst hat bereits ein Semester in Spanien studiert und findet es hilfreich, dass die TU in den meisten Fällen Leistungen fremder Universitäten anerkennt oder im Ausland erworbene Creditpoints anrechnet.

Für den Master ins Ausland

Auch im Masterstudiengang spekuliert sie damit, ein Auslandssemester zu absolvieren – in welchem Land, das steht noch nicht fest. Genauso offen ist die Frage, wo sie ihren Master grundsätzlich machen wird. „Ich habe mich in Berlin, Dresden, Karlsruhe und Hamburg beworben. Mal schauen, was passiert“, verkündet sie entspannt. „Dass ich nicht in Clausthal bleiben möchte, ist aber keine bewusste Entscheidung gegen die Universität selbst“, betont Annika. „Ich möchte einfach die Chancen nutzen, die einem die Bologna-Reform bietet, und noch eine andere Uni und Stadt kennenlernen.“ Kanada muss also warten.

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