Florian S.

22 Jahre

Borken

Chemie

10/2014

Querdenker

Mit richtig guten Ideen sollte man in Clausthal vorsichtig sein, denn es wäre möglich, dass man diese dann auch umsetzen muss. So geschehen mit dem Vorschlag Florian Schmeings, das Veranstaltungsformat „Lange Nacht der Wissenschaft“ in Clausthal einzuführen. „Ich kam völlig unvorbereitet in die Sprechstunde des Vizepräsidenten und erwähnte diesen Gedanken mehr beiläufig“, gibt der Student offenherzig zu, „aber ehe ich mich versah, hatte ich den Auftrag in der Tasche.“ Er kümmerte sich also um die Organisation des ersten Großprojekts dieser Art in Clausthal und „Science on the Rocks“ wurde ein voller Erfolg. Es bleibt sicher nicht die letzte Veranstaltung, die der 22-Jährige auf die Beine stellt, denn er ist ohnehin sehr umtriebig. Florian engagiert sich auch in der Hochschulpolitik, aber „in erster Linie bin ich leidenschaftlicher Chemiker“, schwärmt der Student.

Mit Fach-Abi zum Studium

Nach seiner Ausbildung zum Chemisch-technischen Assistenten war ihm klar, dass er mehr über diese besondere Disziplin wissen möchte. Ein passender Studienplatz ist schnell gefunden: Das gute Ranking sowie die Möglichkeit, mit Fach-Abi studieren zu können, ließen die Wahl auf Clausthal fallen. Hinzu kamen noch die Aussicht auf Natur pur und lediglich 300 Kilometer Entfernung zu seiner Heimatstadt Borken. „Theoretisch machbar, aber weit weg genug, um nicht jedes Wochenende im Hotel Mama einzuchecken“, witzelt er und lacht. Ein strategischer Volltreffer. Ohnehin mag der Student in Clausthal die Kurze-Wege-Mentalität. Mit Eigenengagement lässt sich hier viel bewegen.

Kontakte knüpfen, Netzwerke aufbauen

Entscheidungen sind schnell getroffen, wenn man den direkten Kontakt zum jeweils Verantwortlichen sucht. Laut Florian braucht man in Clausthal die Fähigkeit zur Kommunikation. Gut vernetzt zu sein, ist vorteilhaft, um an alle wichtigen Informationen zu kommen. Es hilft natürlich auch dabei, soziale Kontakte aufzubauen. Darüber hinaus ist es von Vorteil, pragmatisch und kreativ zu sein. „Wenn einem irgendetwas fehlt, kümmert man sich hier eben selbst darum“, berichtet Florian. So ging er vier Wochen lang ins Schwimmbad. „In erster Linie, um dort zu duschen“, schmunzelt er rückblickend, da sein Bad gerade saniert wurde. Aus der Not machte er aber eine Tugend und zieht jetzt regelmäßig im Clausthaler Freizeitbad seine Bahnen.

Freizeit mit Natur pur

Perfekten Ausgleich zum Uni-Alltag findet der Student außerdem in der tollen Umgebung, die er für ausgiebige Motorradtouren und zum Wandern nutzt. Auch bei gemütlichen Kneipenabenden lässt sich entspannen und über das Leben philosophieren. Fest steht: „Ich würde auf jeden Fall wieder in Clausthal studieren.“ Ob es aber mit einer Promotionsstelle hier klappt, bleibt abzuwarten, oder wie es ein Chemiker formulieren könnte: Das ist der Stoff, aus dem die Träume sind...

Zurück