Yinxue W.

22 Jahre

China

Geoumwelt-

technik

08/2015

Umweltvisionärin

Es ist diese saubere Luft, die Yinxue Wang immer wieder aufs Neue in Clausthal fasziniert. In ihrer Fantasie hatte sie sich zuvor ausgemalt, dass es hier aussieht wie in einem Märchen mit kleinen Häusern und einem schönen See. Zieht man als Vergleich die Millionenstädte in China heran, ist diese Vorstellung gar nicht weit von der Wirklichkeit entfernt. Dass in dieser kleinen Stadt letztendlich doch so viele ausländische Studierende, nämlich rund 1400, wohnen, hat die 22-Jährige aber überrascht.

Internationales Flair mitten im Harz

„Das internationale Flair hier mag ich sehr. Man kommt schnell mit anderen in Kontakt“, berichtet Yinxue. Sie ist durch ihre Uni in China auf das Austauschprogramm aufmerksam geworden. In der Sichuan-University gibt es nicht viele Möglichkeiten, sich dem Thema Umweltschutz aus wissenschaftlicher Sicht zu nähern. Fächer wie Medizin oder Jura sind dort beliebter. „Ich wollte Geoumwelttechnik studieren, weil ich denke, dass in meiner Heimat zukünftig eine Spezialisierung in diesem Bereich immer stärker gefragt sein wird“, erzählt Yinxue. „Außerdem möchte ich mit meinem Wissen irgendwann dazu beitragen, die Umweltsituation in China zu verbessern.“ Sie findet es ungerecht, dass ihre Eltern und Freunde gerade nicht in einer so schönen Atmosphäre arbeiten und leben, wie sie es hier gerade tut.

Studieren in entspannter Atmosphäre

„Wenn ich aus China zurückkomme, genieße ich die Ruhe. Es ist weniger hektisch und man redet nicht so laut. Alle Menschen sind sehr offen und freundlich“, so die Beobachtungen der Studentin. Eine Sache spielt ihr besonders in die Karten: „Hier läuft alles sehr organisiert ab.“ Sie mag diese Strukturiertheit und liebt es, Dinge in ihren Kalender zu schreiben. „Meine Freunde in China necken mich deswegen immer ein bisschen“, erzählt sie und lacht. Dabei ist diese Eigenschaft doch auch gerade für das Studium unerlässlich, denn die 22-Jährige hat große Pläne.

Selbstständigkeit als großes Ziel

Am liebsten würde sie zusammen mit ihren Freunden aus Clausthal eine Firma in China gründen, die sich mit Geoumwelttechnik und Recycling beschäftigt. Letzteres will sie auch im Master studieren. Das heißt Yinxue Wang bleibt noch eine Weile in Deutschland. „Ich möchte nicht woanders hingehen, weil ich mich hier wohlfühle. Clausthal bietet mir das, wofür ich mich interessiere. Außerdem bedeutet eine andere Stadt nicht nur, Freunde hinter sich zu lassen, sondern auch, sich alles mühsam neu aufzubauen“, lautet ihr Fazit.

Ein bisschen Sehnsucht ist erlaubt

Aber es gibt dennoch zwei Dinge, die ihr in Deutschland wirklich fehlen. Das ist zum einen das chinesische Essen. Das einzige „deutsche“ Gericht, welches sie kocht, sind Spaghetti, erzählt sie amüsiert. Außerdem findet sie es schade, dass man in Deutschland nicht alles im Internet kaufen kann. „In meiner Heimat lässt sich wirklich alles im Netz bestellen. Die Auswahl ist riesig und es ist viel günstiger als im Einzelhandel. Man muss zum Einkaufen eigentlich überhaupt nicht mehr vor die Tür“, berichtet Yinxue. Aber das wäre doch fast schon schade – bei der guten Luft hier...

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